Interview mit Frau Elternplanet – „Eltern sind Vorbilder“

Kathrin Buholzer

Erziehungstrainerin Kathrin Buholzer gibt Kurse für Eltern. Ihre wichtigsten Kanäle sind aber Youtube, Twitter, Instagram, Facebook und Ihre eigene Webseite.

Beschreibt doch mal in wenigen Sätzen, warum sich ein Besuch auf Deinem Blog elternplanet.ch lohnt!

Weil man nach dem lesen meines Blogs gaaanz brave Kinderlein hat, alle Sorgen verschwinden und man sein Leben lang froh und glücklich ist. Nein, im Ernst. Ich versuche mit meinen Beiträgen den Eltern etwas Mut zu machen und ihnen aufzuzeigen, dass sie nicht alleine sind und dass viele Verhaltensweisen welche ihre Kinder zeigen ganz normal sind.

Ich versuche, ohne erhobenen Zeigefinger, verschiedene Wege aufzuzeigen, wie man wieder ein bisschen mehr Ruhe und Harmonie in den Alltag bringen kann. Es braucht oft nicht viel und mit ein bisschen Humor und Fantasie geht es ganz oft viel besser.

Auch welchen wesentlichen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen, Pläne?

Pläne habe ich eben nicht so wirklich welche. Ich bin sehr spontan, entscheide viel aus dem Bauch heraus, ganz oft mache ich viele Dinge gleichzeitig und bin immer wieder erstaunt, dass ich immer alles auf die Reihe bekomme. Ich bin grundsätzlich ein sehr positiver Mensch und versuche auch so durchs Leben zu gehen.

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort Erfolgreich hörst?

Ganz spontan. Roger Federer. Es scheint, als wäre er trotz seinen unglaublichen Erfolgen, ein ganz normaler, umgänglicher Typ geblieben.

Ach ja, und ich würde ihn gerne mal persönlich treffen, falls also jemand seinen Manager kennt…



Was würdest Du heute Deinem jüngeren Selbst empfehlen?

Verfolge deine Ziele, auch wenn niemand daran glaubt. Sei enthusiastisch und mach die Dinge die du liebst mit Herzblut.

Wofür bist Du dankbar?

Dass ich eine tolle Familie und Freunde habe und dass ich genau das tun kann, was ich liebe. Ich bin sehr privilegiert, dass ich so viele tolle Sachen erleben, so viele schöne Orte besuchen und immer wieder neue schöne Begegnungen haben darf.

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wäre das und warum?

New York. Ein bisschen chaotisch, voller Überraschungen, manchmal auch etwas unkonzentriert und hektisch aber immer liebenswürdig und charmant.

Wem folgst Du am liebsten auf Twitter und Co.?

Twitter ist mein Newskanal. Dort folge ich vor allem Journalisten und Newsseiten und NEIN, dem Donald, dem folge ich nicht.

Instagram ist meine Food- und Reiseinspirationsquelle und auf Facebook hab ich die Seiten von vielen Bloggerkolleginnen, natürlich auch von schönen Schauspielern geliked. Zu einer meiner Lieblingsseite gehört „Mimikama – Zuerst denken und dann klicken“, welche täglich und mit einer ungeheuren Professionalität über die unsäglichen Hoax- und Falschmeldungen, die nervigen Gewinnspiele, bei denen man angeblich falsch verpackte iPhones gewinnen kann und über all die angeblich versteckten Nadeln in Sitzpolstern, berichtet und darüber aufklärt. Eine Seite, die eigentlich alle liken sollten. So quasi als Standard, bevor man überhaupt das erste Mal irgendetwas auf Facebook postet.

Wie wichtig ist Social Media für Dich, um Deine Leser zu erreichen? Auf welchen Kanäle setzt Du hier?

Sehr wichtig. Meine wichtigste Plattform ist Facebook, dort erreiche ich am meisten Menschen. Es ist auch das Netzwerk, auf dem ich mich mit meiner Community am besten austauschen kann. Ich bin sehr stolz, dass wir es hinbekommen haben, eine wirklich „zickenfreie“ Elterncommunity zu schaffen. Die Eltern sind sehr aktiv und kommunikativ und respektieren die verschiedenen Meinungen, ohne dass sich jemand rechtfertigen muss, so wie das oft auf Mamablogs der Fall ist. Ich bin natürlich ständig auf der Seite präsent und die Leute wissen auch, dass hier die Frau Elternplanet mitliest, kommentiert und wenn es sein muss, auch mal ein bisschen streng guckt.

Was hat Dich dazu bewegt das zu tun, was Du heute tust?

Wahrscheinlich eine Mischung aus meiner etwas extrovertierten Art und meinem eigentlichen Beruf. Ich bin ja ursprünglich ausgebildete Lehrerin. Ich habe auch einige Jahre unterrichtet und gleichzeitig aber immer schon bei den Medien gearbeitet. Ich war lange als Moderatorin und Redaktorin beim Radio tätig, war Sendeleiterin einer Kindersendung beim Schweizer Fernsehen und hab mich nach der Geburt unserer Kinder, die nur 18 Monate auseinander sind, wieder angefangen für Erziehungsthemen zu interessieren. Ich war selber an dem Punkt angelangt, an dem viele Eltern manchmal stehen. Ich habe ganz oft gedacht: „Was um Himmelswillen mach ich hier eigentlich? Warum bringen mich diese süssen, kleinen Geschöpfe manchmal so schnell auf die Palme? Was mach ich falsch und wie kann ich das ändern?“  Ich habe mich dann weitergebildet, eine Ausbildung als Elterntrainerin gemacht und gemerkt, dass ich mit meiner Art, meinem Wissen und meiner Erfahrung, Eltern eine kleine Unterstützung sein kann.

Wer darf Dir sagen, dass Du falsch liegst?

Sagen dürfen es eigentlich alle, denn ich habe nie behauptet, dass ich alles Richtig mache. Gerade im Erziehungsbereich gibt es nicht DEN einzig richtigen Weg. Es gibt viele Möglichkeiten und wir Eltern entscheiden, welche Werte und Fähigkeiten wir in unseren Kindern wecken wollen.

Welche Pläne hast Du für die Zukunft? Was möchtest Du mit Deinem Blog noch erreichen?

Gaaaanz reich werden und dann eine kleine Insel kaufen und jeweils den ganzen Winter dort in der Hängematte liegen, meine Blogtexte schreiben und Kokosnüsse ausschlürfen. Und wenn das nicht klappt, dann möchte ich einfach weiterhin den Eltern eine wertvolle Stütze sein, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie ab und zu zum Schmunzeln bringen.

Wann bist du am Produktivsten?

Leider am Abend. So langsam habe ich es akzeptiert, dass ich als Eule geboren wurde. Wenn andere ins Bett gehen, dann dreh ich erst so richtig auf. Das ist manchmal etwas mühsam, weil…. genau: der Morgen, der stellt mich dann immer auf die Probe und ich denke dann jeden Tag beim Aufstehen: „So, heute Abend gehst du wirklich mal früh ins Bett. Und das schwöre ich hier und jetzt und werde es auch ganz bestimmt machen.“ Gehört sozusagen zu meinem Morgenritual dazu.

Sieht man deine Kinder auf dem Blog?

Es gibt noch ein paar wenige Bilder, die ich früher gepostet habe, als ich noch überhaupt keine Ahnung hatte, wo ich überhaupt Fotos für meine Artikel finde. Das sind aber Bilder, auf denen unsere Kinder noch so klein sind, dass man sie nicht erkennt. Viele Fotos habe ich jetzt nach und nach ausgetauscht und bin immer noch dabei. Man findet auf dem Blog auch keine Bilder, auf denen man sie sieht wie sie über einem Teller Spaghetti eingeschlafen sind oder wie sie grad im Sandkasten eine Schaufel Sand gegessen haben.  Ich bin da mittlerweile sehr zurückhaltend, frage sie auch, wenn ich mal ein Bild von ihnen nehmen möchte.

Ich habe auch schon immer versucht in meinen Texten sehr allgemein zu formulieren und nicht einfach Situationen die wir erlebt und Geschichten die passiert sind, 1:1 nachzuerzählen. Wenn Kinder älter sind, dann wollen die nicht über sich im Internet lesen, dass sie mal im Supermarkt einen Trotzanfall bekommen und das Brötchen auf den Boden gespuckt haben. Sie wollen keine Fotos sehen in Badehosen und Gummistiefeln, sie wollen auch nicht, dass alle wissen, welche Ausflüge sie gemacht, was sie gegessen und was sie zu Weihnachten bekommen haben.
Sie wollen es wirklich nicht. Im Teeniealter ist es ihnen ja schon zu tiefst peinlich, wenn man ihnen laut zu ruft, wenn sie mit ihren Freunden unterwegs sind. Oder wenn man winkt. Oder noch schlimmer: Wenn man beides gleichzeitig tut…

Ich glaube das ist etwas, dass sich viele Mama- und Familyblogger mit noch kleinen Kids nicht wirklich bewusst sind oder denken: „Ach, meine Kinder sind da anders. Die sind sich das ja gewohnt, die werden das auch mit 14 noch super toll finden.“ Das Problem stellt sich besonders dann, wenn der Blog immer erfolgreicher und aus dem Hobby ein Beruf wird. Die Reichweite steigt, man bekommt immer mehr Feedback, man wird ab und zu „erkannt“ und auch die Freundinnen der Kinder wissen plötzlich, was ihre Mutter da im Internet so macht und wer die Kids sind, über die sie ständig schreibt.

Gehört man plötzlich zu den „Influencern“, dann bekommt man tolle Produkte zugeschickt, die sich bei Mamabloggern ja vor allem an die Kinder richten. Will man mit den Firmen kooperieren, dann muss man quasi die eigenen Kinder „in Szene“ setzen, die Kinder mit den Kleidern, Hüten, Regenjacken, Kinderwagen, Spielzeugen ablichten, damit man dann auch das Geld für den Blog-, Facebook-, oder Instagrampost bekommt. Ich bin froh, dass ich damit nie angefangen habe. Ich vermarkte meinen Blog und mich, aber nicht meine Kids.

Vielen Dank Kathrin. Für mich als Familienvater sind „Mama- und Familienblogs“ in den letzten Jahren ein Begriff geworden und ich finde es sehr spannend, wie auch Du über das Thema Fotos der eigenen Kinder denkst. Der Einblick in Deinen Alltag, in Deinen Werdegang – sehr spannend und ich denke das wir hier ein sehr tolles Interview geführt haben. Ich freue mich für Doch, dass es Dein Blog in das Publikumsvoting geschafft hat und wünsche Dir viel Glück.

Viele Grüße aus Berlin

Christian

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